Irland Reise
Bevölkerung Irland
Die Republik Irland wird von knapp 4,5 Millionen Menschen bewohnt. Die meisten davon leben im Großraum Dublin. Irland ist eines der am dünnsten besiedelten Länder der EU, und wird dabei nur noch von den baltischen Staaten übertroffen. In den letzten Jahren hat sich Irland vom klassischen Emigrationsland zu einem beliebten Ziel für Einwanderer gewandelt. Noch 1989 wurden innerhalb nur eines Jahres ganze 46000 Auswanderungen vermerkt. Hierbei handelte es sich vornehmlich um jüngere Iren, die auf der Suche nach Arbeit mit größter Vorliebe nach Übersee abwanderten. Mittlerweile ist diese Zahl jedoch stark gesunken. Seitdem Irland der EU angehört haben viele europäische Firmen ihre Geschäfte nach Irland verlagert, und profitieren von dem ein oder anderen wirtschaftlichen Vorteil. Dieses Vorgehen brachte qualifizierte internationale Arbeitskräfte mit sich. Und auch aus den nicht der EU angehörenden Staaten zieht es immer mehr Menschen zum Arbeiten und Leben auf die Grüne Insel. Irland ist nach wie vor ein recht junges Land. Über die Hälfte der irischen Bevölkerung ist unter 30 Jahre alt. Traditionell sind die irischen Familien auch heute noch sehr kinderreich, das Land gilt als kinderfreundlich. Das soziale Leben der Iren spielt sich vornehmlich in den ‚public houses’ – besser bekannt unter dem Kurznamen Pub – ab, die für viele Iren die Bedeutung eines zweiten Wohnzimmers haben. Hier werden Neuigkeiten ausgetauscht, neue Kontakte geknüpft und man philosophiert mit Freunden und Fremden gleichermaßen über das Leben. Die Pubs sind aus dem Alltag der Iren nicht wegzudenken, und jede noch so kleine irische Ortschaft verfügt über zumindest einen solchen Treffpunkt. Während die Pubs früher ausschließlich den Männern vorbehalten waren tummeln sich heutzutage Vertreter aller Bevölkerungsgruppen – völlig unabhängig von Alter, Geschlecht oder Einkommen – dort. Besonders gern kehrt man direkt nach getaner Arbeit mit seinen Kollegen in den Pub ein, um sich mit einem frisch gezapften Guinness zu belohnen und Arbeit ganz einfach Arbeit sein zu lassen.

Kultur
Musik hat in Irland einen großen Stellenwert. Auf der Insel wird traditionell mit großem Eifer, Spaß – und größtenteils auch bemerkenswertem Talent – musiziert, gesungen und getanzt. Einige Künstler haben sich weltweit einen Namen erworben. Dazu gehören neben der allseits bekannten Rockgruppe U2 vor allem auch die irischen Künstlerinnen Sinéad O’Connor und Enya. Auch Bob Geldorf mit seinen Boomtown Rats, die Boygroup Boyzone, die Kelly Family, Snow Patrol, The Corrs, The Cranberries und die Rockband Ash gehören zu den erfolgreichsten Exporten der Grünen Insel. Weniger bekannte, jedoch zumeist sehr gute, Künstler findet man in den Straßen der irischen Städte wie Dublin, Cork und Galway. Gute Live-Musik kann man häufig ebenfalls ganz kostenfrei in den vielen Pubs der Insel genießen. Und manches Mal ergibt sich sogar die Möglichkeit, das eigene Instrument dorthin mitzubringen, oder aber die anderen Pubbesucher mit den eigenen Sangeskünsten zu unterhalten. Gemeinsames Singen und Musizieren ist in Irland sehr beliebt und wird allgemein hoch geschätzt.

Neben der Musik ist für die Iren auch die Literatur von großer Bedeutung. Oscar Wilde und James Joyce gehören zu den berühmtesten Schriftstellern, die die Grüne Insel hervorgebracht hat. Und der Ire Frank McCourt wurde mit seinem autobiographischen Werk ‚Die Asche meiner Mutter’, in welchem er über sein Aufwachsen im ärmlichen Irland berichtet, spätestens seit der Verfilmung des Stoffes weltweit bekannt. Weiterhin ist Samuel Beckett mit seinem Theaterstück ‚Warten auf Godot’ zu nennen, der als dritter Ire den Nobelpreis für Literatur erhielt. Auch das bekannte Werk ‚Gullivers Reisen’ entstand auf der Insel. Das im Trinity College in Dublin zu bewundernde ‚Book of Kells’ gehört zu den Meisterwerken irischer Kunst und wurde von keltischen Mönchen gefertigt. Irische Schauspieler wie Liam Neeson, Pierce Brosnan und Colin Farrell gehören mittlerweile zu Hollywoods Schauspielelite.
Außer der Kunst widmen sich die Bewohner Irlands insbesondere auch gern dem Sport und sportlichen Anlässen im Allgemeinen. Dabei haben die Iren mit Gaelic Football und Hurling ihre ganz eigenen Sportarten geschaffen, die begeistert verfolgt und unterstützt werden. Während Gaelic Football als Mischung aus Fußball und Rugby zu betrachten ist, ist das traditionsreiche Hurling dem Hockey ähnlich, jedoch auch wieder mit Einflüssen des Rugbys gespickt. Die schnellen Ballwechsel zu verfolgen stellt für ungeübte Zuschauer manchmal eine echte Herausforderung dar.
Als ebenfalls wichtiger Teil der irischen Mentalität bleibt die ‚Pubkultur’ zu nennen. Pubs gehören zu Irland einfach dazu, und sind genauso wenig wegzudenken wie die grünen Wiesen, die Steinmauern und die vielen Schafe. Das beliebteste Getränk, und nebenbei irisches Nationalgetränk, ist das berühmte Dunkelbier namens Guinness. Wer es eilig hat sollte jedoch vielleicht lieber auf ein Pint Beamish oder Murphys zurückgreifen, denn das Zapfen des Guinness dauert traditionell seine vier Minuten. Getränke werden in den Pubs immer am Tresen bestellt, und die Zeitspanne des Zapfens durch Kontaktaufnahme zu anderen Durstigen leichtfüßig überbrückt. Obwohl die Iren im Vergleich mit anderen europäischen Ländern eigentlich eher im Mittelfeld liegen, sind sie weltweit als trinkfreudiges Volk bekannt. Und so wird auch nur allzu gern Fremden – die übrigens generell nicht all zu lange fremd bleiben – eine Runde spendiert. Nicht unbedingt erwartet, jedoch außerordentlich geschätzt, wird die Fortsetzung des Runden-Ausgebens.

Feste
Das größte und bekannteste Fest Irlands namens ‚St. Patricks Day’ ist die Feier am 17. März zu Ehren des Nationalheiligen St. Patrick. Nicht nur auf der Insel, sondern rund um den Globus wird das irische Lebensgefühl in grüner Farbe gefeiert. Die allergrößte Feier findet jedoch in der Hauptstadt der Republik, in Dublin, statt. Zu diesem Anlass wird ein Feuerwerk gezündet und eine Parade zieht durch die Straßen der Stadt, von den Besuchern bestaunt und bejubelt. Jedes Jahr nehmen mehr als eine Million Einwohner und Besucher an den Feierlichkeiten teil, und jedes Jahr aufs Neue kommen weitere Begeisterte hinzu.

Wie in allen anglophonen Ländern wird auch ‚Halloween’ in Irland zelebriert. An und um den 31. Oktober herum ziehen zumeist gruselig verkleidete Kinder von Haus zu Haus, verbreiten kleine oder auch größere Schrecken und lassen sich gern mit Süßigkeiten davon abbringen. Im keltischen Brauchtum glaubte man daran, dass an einem bestimmten Tag im Jahr die Toten zum Leben erweckt werden und mit den Lebenden in Kontakt treten.
Neben dem Weihnachtsfest mit seinen zu diesem Anlass wunderschön geschmückten Häusern, Gassen und Kirchen, lohnen auch regional abgehaltene Feste wie Bloomsday oder die Horse Show in Dublin und das Oyster Fest und Arts Festival in Galway eine Teilnahme.

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